LFR-Veranstaltungstipp: Podiumsdiskussion zum Thema „Sexarbeit und Gewalt“

Die Beratungsstelle für Menschen in der Sexarbeit (SeLA) lädt am 22. November 2018, 18 Uhr in die Doberaner Str. 6 (Hinterhof) zu einer öffentlichen Podiumsdiskussion zum Thema „Sexarbeit und Gewalt„ ein. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Anti-Gewalt-Woche statt. Das Thema Gewalt in der Prostitution wird häufig benutzt, um ein langfristiges Sexkaufverbot zu legitimieren. SeLA Rostock hat interessante Gäste eingeladen, um mit ihnen über unterschiedliche Formen von Gewalt und die Viktimisierung von Sexarbeiter*innen diskutieren.Mit dabei sein werden:

Josefa Nereus Sexworker, Pressesprecher Berufsverband Sexarbeit (BesD e.V.), Hamburg
Dr. Cathleen Kiefert-Demuth Gleichstellungsbeauftragte, Rostock
Sara Blücher Zora – Fachberatungsstelle für Betroffene von Menschenhandel und Zwangsverheiratung, Schwerin
Andrea Winkler KPI Rostock
Sandra Kamitz SeLA, Rostock

Hintergrundinformationen
Seit 2014 beraten die Sozialarbeiterinnen Nadine Herrmann und Sandra Kamitz der Beratungsstelle für Menschen in der Sexarbeit (SeLA) Sexdienstleister*innen in der Hansestadt Rostock. Mehr als 300 Beratungen jährlich werden u.a. auch direkt an den Arbeitsorten wie Modellwohnungen und dem ErosCenter durchgeführt. Die überwiegend anonymen Beratungen sind an den vielfältigen Arbeits- und Lebensbedingungen von Sexarbeiter*innen orientiert. SeLA unterstützt und begleitet parteilich Klient*innen bei Fragen zu ihrer Tätigkeit wie bspw. die rechtliche Situation durch das neue ProstituiertenSchutzGesetz, Fragen zu Sozialversicherungen und Steuerangelegenheiten, aber auch zu ganz persönlichen psycho-sozialen Anliegen. Die Unterstützungssuchenden sind vornehmlich nicht-deutsche Frauen*, die nicht in der BRD wohnhaft sind, hier aber auf selbständiger Basis eine reisende Tätigkeit ausüben.
Der niedrigschwellige Zugang zu Beratungsangeboten für Menschen mit Sprachbarrieren ist bei Ausübung der stark tabuisierten und stigmatisierten Sexarbeit besonders wichtig. Viele von SeLAs Klient*innen verheimlichen ihre Arbeit vor ihrer Familie und den Freunden aus Angst verurteilt zu werden. Dies führt zu einer zusätzlichen Belastung im Alltag. Der Umgang mit unterschiedlichen Diskriminierungsformen und der vielfach verbreiteten Vorstellung Prostitution finde meistens unter Zwang und Ausbeutung statt (Viktimisierung) macht es Sexarbeiter*innen zusätzlich schwer über andere Gewalterfahrungen zu sprechen.